Immobilien Hallweger

Wohnraumförderungsgesetz für einkommensschwache Familien

Mit dem Wohnraumförderungsgesetz verhelfen die Bundesländer einkommensschwachen oder kinderreichen Familien zum Eigenheim. Manche Länder fördern auch Mietwohnbau.

Die Bundesländer stellen Mittel zur Verfügung, um vor allem einkommensschwächeren und kinderreichen Familien zum eigenen Heim zu verhelfen. Unterstützt wird in vielen Ländern aber auch der Bau oder Ausbau von Mietwohnungen, sowie deren Modernisierung und Instandsetzung.

Generell gibt es ein paar Punkte, die bei Förderanträgen stets zu beachten sind:

  • Rechtzeitig Anträge stellen
  • Eigenleistung
  • Einkommensgrenzen
  • Baukosten und Wohnungsgrößen
  • Mietwohnungsbau

Soziale Wohnraumförderung: Rechtzeitig Anträge stellen!

Wer die soziale Wohnraumförderung in Anspruch nehmen will, muss die Anträge auf Förderung vor dem Kauf, dem Bau oder der Modernisierung stellen. Zu spät eingereichte Anträge können nur in begründeten Ausnahmefällen genehmigt werden. Generell besteht kein Rechtsanspruch auf Fördergelder.

Wichtig: Darlehen und Zuschüsse aus den Fördertöpfen gibt es nur, solange Geld drin ist.

Eigenleistung

Ohne eine entsprechende Eigenleistung gibt es für einkommensschwache Familien auch keine Gelder. Der Anteil an der Gesamtfinanzierung ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt, bewegt sich aber, je nach Bundesland und Förderprogramm, meist zwischen 15 und 25 Prozent. Eigenleistungen sind eigene Geldmittel, in manchen Fällen auch Sachleistungen (zum Beispiel eingebrachte Baustoffe) und eigene Arbeitsleistung.

Wohnraumförderungsgesetz: Einkommensgrenzen beachten!

Fast alle Förderungen sind abhängig von bestimmten Einkommensgrenzen (Jahreseinkommen nach § 9 Wohnraumförderungsgesetz - WoFG).

Derzeit gelten für die Einkommensgrenzen in den meisten Bundesländern folgende Basiswerte:

  • Ein-Personen-Haushalt: 12.000 Euro
  • Zwei-Personen-Haushalt: 18.000 Euro
  • Jede weitere zum Haushalt rechnende Person: plus 4.100 Euro

Für jedes Kind erhöht sich die Einkommensgrenze um weitere 500 Euro. Die Landesregierungen können jedoch Abweichungen der Einkommensgrenzen festlegen.

Grundlage für die Ermittlung des Jahreseinkommens ist der Verdienst, der in den 12 Monaten ab dem Monat der Antragstellung zu erwarten ist. Ist dieser nicht zu ermitteln, zählen die 12 Monate vor der Antragstellung.

Wichtig: Pauschal-, Frei- und Abzugsbeträge verringern das Jahreseinkommen. Ebenso werden steuerfreie Einnahmen wie Kindergeld/Erziehungsgeld, Leistungen zu Kranken-, Unfall- und Pflegeversicherung sowie die Arbeitnehmer-Sparzulage nicht dem Jahreseinkommen zugerechnet.

Es gelten auch Einkommensuntergrenzen, um von der sozialen Wohnraumförderung zu profitieren: Eine Förderung ist nicht möglich, wenn nach Abzug der Baufinanzierungskosten nicht mehr genug Geld zum Leben übrig bleibt. So soll verhindert werden, dass sich der Bauherr finanziell überlastet. Die Untergrenzen unterscheiden sich je nach Bundesland.

Förderung für Haushalte mit mittlerem Einkommen

In vielen Bundesländern gibt es auch Förderprogramme, die sich an Haushalte mit mittlerem Einkommen richten. Solche Förderungen können auch dann gewährt werden, wenn das Einkommen dieser Haushalte die Einkommensgrenzen um einen bestimmten Prozentsatz übersteigen.

Nähere Informationen gibt es bei den Bürgermeister- und Landratsämtern sowie bei den Wohnungsbauförderungsstellen. Informieren Sie sich bei den betreffenden Stellen auch über weitere Fördermöglichkeiten, wie Beteiligungen an Wohnungsbaugesellschaften oder Förderungen im Rahmen von Städteprogrammen.

Baukosten und Wohnungsgrößen

Für fast alle Förderprogramme gelten festgelegte Baukostenobergrenzen. Diese unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, da es bei Grundstücks- und Baukosten große regionale Unterschiede gibt. Prinzipiell gilt, dass die Baukosten und Wohnflächen angemessen sein müssen. Luxusbauten werden also nicht gefördert.

  • Zielgruppen der sozialen Wohnraumförderung sind zum Beispiel:
  • Familien mit Kindern, insbesondere kinderreiche Familien
  • Alleinerziehende
  • Junge Ehepaare
  • Schwerbehinderte mit spezifischen Wohnungsversorgungsproblemen
  • Personen, die sanierungsbedingt Wohneigentum aufgeben müssen

Mietwohnungsbau

Die Voraussetzung für eine Förderung von Mietwohnungen ist laut Wohnraumförderungsgesetz, dass bestimmte Mietbindungsfristen und Mietobergrenzen eingehalten werden. Die Mietbindungsfrist meint den Zeitraum, in dem die Wohnung an sozial schwächere Haushalte vermietet werden muss.

Die Mietpreise dürfen festgelegte Obergrenzen nicht überschreiten. Damit die Investition aber reizvoll wird, werden im Gegenzug Zuschüsse und/oder zinsgünstige Darlehen gewährt. Wichtig ist auch beim Mietwohnungsbau, dass bestimmte Wohnflächen- und Baukostenobergrenzen einhalten werden.

Vorsicht: Nicht alle Bundesländer fördern den Neubau von Mietwohnungen!