Immobilien Hallweger

Wohnriester

Mit staatlicher Förderung ins Eigenheim !

Wer mit einer eigenen Immobilie für das Alter vorsorgt, wird mit dem Wohnriester-Modell vom Staat unterstützt. Doch die Regelung ist nicht für jeden gleich gut geeignet.

Werden die eigenen vier Wände als Altersvorsorge angeschafft, so verspricht ein Wohnriester-Vertrag Förderung vom Staat. 

Im Ruhestand mietfrei wohnen: Die eigenen vier Wände sind ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge. Den Immobilienbesitz fördert der Staat mit der Wohnriester-Regelung. Das Modell, das Zulagen und Steuervergünstigungen verspricht, wurde 2008 mit dem Eigenheimrentengesetz eingeführt.

Was wird gefördert?

Der Staat bezuschusst einen Bausparvertrag oder ein Immobiliendarlehen, das für den Bau, den Kauf oder die Entschuldung einer Immobilie genutzt wird. Als Bedingung für die Förderung gilt: Die Immobilie muss selbst genutzt werden und nach dem 31. Dezember 2007 angeschafft worden sein.

Über Wohnriester wird nicht nur das Wohneigentum in Deutschland, sondern auch eine selbst genutzte Auslandsimmobilie gefördert: in jedem Land der Europäischen Union (EU) sowie in Island, Norwegen und Liechtenstein. Dies beruht auf einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom September 2009 (Az. C-269/07). Auch Pendler, die in Deutschland arbeiten und im nahen Ausland leben, haben seither Anspruch auf Unterstützung vom deutschen Staat. Ausgenommen von der Regelung sind reine Ferienimmobilien.

Höhe der Förderung

Den vollen Riester-Bonus erhält, wer jährlich vier Prozent des Jahresbruttoeinkommens in einem Riester-Vertrag anlegt. Pro Jahr sind das maximal 2.100 Euro inklusive staatlicher Zulagen. Der Staat bezuschusst Erwachsene mit maximal 154 Euro, pro Kind gibt es weitere 185 Euro. Ist der Nachwuchs nach 2007 geboren, so erhöht sich die Förderung auf bis zu 300 Euro. Einen Bonus in Höhe von 200 Euro erhält, wer bei Vertragsabschluss unter 25 Jahre alt ist. Aber: Zahlt der Geförderte weniger eigenes Geld ein, gibt es auch nicht die Maximalförderung.

Wer in Deutschland gesetzlich rentenversichert ist, kann sein angespartes Guthaben vollständig oder mindestens bis zu 75 Prozent aus dem Riester-Vertrag entnehmen, um es für die eigene Immobilie verwenden – Steuern müssen zunächst nicht gezahlt werden. Bausparer werden schon beim Ansparen bezuschusst, bei der Zuteilung des Vertrags laufen die Förderungen weiter und können auch zur Tilgung des Darlehens verwendet werden. Wer zur Entschuldung seines Eigenheims ein Darlehen abbezahlt, erhält den staatlichen Riesterbonus direkt als Tilgungsrate auf den bestehenden Vertrag.

Nachgelagerte Besteuerung im Rentenalter

Zum Rentenbeginn wird der Vertragsinhaber zur Kasse gebeten. Um den zu zahlenden Steuersatz zu berechnen, bedient sich der Gesetzgeber eines fiktiven Konstrukts: Auf einem Wohnförderkonto werden alle Beträge wie Tilgungsleistungen, Zulagen und Einnahmen erfasst und jährlich mit zwei Prozent verzinst. Der individuelle Steuersatz auf den so ermittelten Gesamtbetrag wird mit dem Renteneintritt fällig. Dieser kann einmalig mit 30 Prozent Rabatt oder in Raten abbezahlt werden. Bis zum 85. Lebensjahr muss die Steuerschuld jedoch vollständig beglichen sein.

Wohnriester ist nicht für alle geeignet

Kinderreiche, besserverdienende Familien sind bei der Eigenheimrente klar im Vorteil: Um die maximale Förderung zu erhalten, müssen sie bedeutend weniger Geld einzahlen als beispielsweise Singles oder kinderlose Paare. Außerdem ist Bauspar-Riestern relativ unflexibel: Wer sein Eigenheim etwa seniorengerecht umbauen möchte, kann bislang nicht auf die Unterstützung vom Staat bauen. Das Geld darf ausschließlich zum Bau oder Kauf einer Immobilie eingesetzt werden. Ändert sich die Lebensplanung, kann der Wohnriester außerdem schnell zur Last werden. Wer seine staatlich geförderte Immobilie verkauft, muss die Zulagen wieder in den Bausparvertrag zurückführen oder das Geld binnen vier Jahren in ein neues Eigenheim investieren. Andernfalls verlangt der Staat seine geleisteten Förderungen zurück.

Besitzer eines Vertrags zur Riester-Rente können ihr Guthaben übrigens auch für die Finanzierung ihrer Immobilie einsetzen. Seit Januar 2010 führen bei Altverträgen wie etwa private Rentenversicherungen auch kleine Summen in die eigenen vier Wände. Ein angesparter Mindestbetrag ist für den Wechsel zum Wohnriester nicht erforderlich.